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Dorfbrand von Kirchahorn vor über 200 Jahren

Ahorntal, den 15.06.2018

Dorfbrand von Kirchahorn vor 200 Jahren

 

Nach der Gemeinde-Chronik kam es am 28. Juni 1818 in Kirchahorn zu einem Großbrand. Das Dorf brannte bis auf zwei Häuser nieder, bis endlich ein starker Gewitterregen den Brand löschte.

Der Dorflehrer Johann Matthaeus Hüttner beschrieb die Ereignisse: „Sonntags Nachmittag gegen ein halb zwei Uhr, als eben der Lehrer das Lied zum Abendgottesdienst vom Pfarrer abgeholt hatte, geschah in der Nähe ein Schuß, wonach der Propf auf Anna Hennigs Scheune fiel und augenblicklich das Stadeldach zündete. … Die wütenden Flammen griffen so schnell um sich, dass man kaum Menschen und Vieh retten konnte. … Während man auf seine eigene Erhaltung durch die Flucht Bedacht nehmen musste, war schon eine Flamme vom unteren Dorfe über die Kirche weg auf Johann Georg Pfaffenbergers Scheune geflogen, die augenblicklich zündete und die nächsten Häuser mit Pfarr und Kirch in Brand steckte. … Auf der Seite gegen die Schmiede hin war auch kein Haus stehen geblieben und als es unter solchem Getümmel nachmittags laut und vernehmlich in dem brennenden Turm drei Uhr schlug, stürzte er, der so schön mit Blech gedeckt und auf Art einer Laterne mit acht Säulen durchsichtig gebaut war, auf die Kirche, die nun samt den drei Glocken, die über vierundzwanzig Zentner wogen, nebst der berühmten Orgel, dem majestätischen Altar, der ungewöhnlich kunstreichen Decke und dem marmornen Kunstpflaster verloren war.“

 

Für die Linderung der Not der Bevölkerung und für den Wiederaufbau der Kirche kamen Spenden aus zahlreichen bayerischen Gemeinden. Dennoch zog sich Wiederaufbau der Kirche bis ins Jahr 1824 hin.

 

 

In einem Ökumenischen Gottesdienst am 28. Juni 2018 um 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche in Kirchahorn gedenkt die Gemeinde der Bevölkerung, die damals Hab und Gut verloren hat. In das Gedenken werden auch die Menschen eingeschlossen, die in unserer Zeit durch Unfall und Katastrophen Schaden nehmen und Not leiden, und es wird die Arbeit derer gewürdigt, die bei der Feuerwehr und anderen Rettungsorganisationen tätig sind.

 

 

Pfarrer Dr. Peter Zeh